Was ist mit „Gastgeben auf Vorarlberger“ gemeint und was können wir davon lernen, um die Qualität unserer Veranstaltungen zu steigern?
Für Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus, ist die Antwort auf die erste Frage bereits klar: „Die Werte Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit spiegeln sich in der einzigartigen Kultur, Kochkunst, dem Handwerk und Naturerlebnis der Region wider.“
Welchen Einfluss haben nun Gastfreundschaft, Nachhaltigkeit und Regionalität auf den Erfolg eines Events? Diese beiden Fragen standen im Zentrum des 7. Vorarlberger Convention Forums im Dezember 2017. Gemeinsam mit fünf weiteren Experten durfte ich dieses spannende Thema diskutieren.

Eines stand bald fest. Die individuelle Betreuung von Gästen ebenso wie gut informierte Mitarbeiter sind für das Erleben der Gastfreundschaft, das heißt, ob der Gast eine Region als gastfreundlich erlebt, wesentlich mitentscheidend.
Bedeutend ist aber auch, wie gastfreundlich die Umgebung, respektive die Bevölkerung ist und wie sehr die Servicekultur auch ganz allgemein, in Bereichen, die nicht direkt mit einer bestimmten Veranstaltung zu tun haben, gelebt wird. Das bezieht den Schaffner im Zug oder den Taxifahrer bei der Anreise ebenso mit ein wie die Kassiererin in der Trafik beim Kauf der Tageszeitung.

Gemeinsam mit dem Vorarlberger Gastgeber Dietmar Nussbaumer vom Hotel Gasthof Krone in Hittisau haben wir nach einem kurzen Impulsstatement zu nationalen und internationalen Beispielen für Gastfreundschaft gemeinsam mit den Teilnehmern Ideen und persönliche Erfahrungen gesammelt: wo und wann haben sie sich in ihrer Vergangenheit willkommen gefühlt? In welchen Momenten haben sie das Gefühl der Gastfreundschaft am stärksten wahrgenommen?

Einige der häufigsten Erwähnungen möchte ich hier anführen:
• Die persönliche Begrüßung an der Rezeption oder ein Willkommensgruß auf dem Zimmer schaffen bereits am Beginn ein Gefühl von Gastfreundschaft.
• Die herzliche und ehrliche Art der Mitarbeiter erzeugt schnell eine angenehme, freundschaftliche Atmosphäre.
• Die Liebe und der Blick für Details macht oft den Unterschied.
• Dem Gast das Gefühl zu geben, Willkommen zu sein, insbesondere wenn er alleine auf einer Veranstaltung erscheint.
• Über persönliche Empfehlungen und Tipps der Mitarbeiter freuen sich die Gäste mehr als über eine Restaurantliste in der Gästemappe.

Im Anschluss daran haben die Teilnehmer ihre Erfahrungen und  Inputs zu verschiedenen Aspekten der Gastfreundschaft – stets im Bezug zum Bundesland Vorarlberg – in Kleingruppen diskutiert und die gewonnenen Erkenntnisse bestärkt, mit dem Ziel diese künftig noch mehr zu berücksichtigen.

Alles beginnt bei den Mitarbeitern. Denn die Mitarbeiter sind die Botschafter der Gastfreundschaft einer Region, eines Hotels, einer Veranstaltung. Gastfreundschaft kann zwar durch Servicekultur und Gastlichkeit gestärkt werden, aber gelebt werden kann sie nur von den Mitarbeitern. Deshalb ist es so wichtig, die Mitarbeiter einzubeziehen und ihnen wertschätzend und kommunikativ zu begegnen.

Im Workshop zum Thema Regionalität wurde deutlich, dass nicht nur Produkte wie Geschenke oder Lebensmittel aus der Region kommen, sondern auch authentische kulturelle Angebote vermittelt werden sollten, die anregen wiederzukommen. Neben dem kulturellen Anreiz war es vor allem Experten zum Thema Nachhaltigkeit wichtig, mehr Fokus auch auf Mobilität zu legen.

Ich bin überzeugt, dass wir so auf dem richtigen Weg sind, unser Land und hier insbesondere Vorarlberg als Event- und Kongressdestination künftig noch besser positionieren zu können.